Die Wissenschaft hinter Flexodruckfarben erfordert ein umfassendes Verständnis der Kolloidchemie, Polymerwissenschaft und Strömungsdynamik. Die Dispergierung von Pigmentpartikeln in der Fahrzeugphase (Harz und Träger) ist ein entscheidender erster Schritt. Ziel ist es, Pigmentagglomerate auf die Primärpartikelgröße zu zerkleinern und sie mithilfe von Dispergiermitteln vor einer erneuten Agglomeration zu stabilisieren. Eine schlechte Dispersion führt zu reduzierter Farbstärke, Glanz und Transparenz und kann zum Verstopfen feiner Aniloxzellen sowie Druckplattenpunkte führen. Auch die zeitliche Stabilität der Farbe ist entscheidend. Druckfarben müssen während der Lagerung gegen Ausfällen, Hautbildung und Viskositätsänderungen beständig sein. Dies wird durch den Einsatz von Antisettlungsadditiven und durch die Sicherstellung eines stabilen kolloidalen Systems erreicht. Bei wasserbasierten Farben kann mikrobielles Wachstum ein Problem darstellen, weshalb Biozide erforderlich sind. Der Begriff „Druckauflösung“ im Flexodruck hängt direkt mit den Farbeigenschaften zusammen. Während die Branche sich hin zu höheren Rasterzahlen (z. B. 150 lpi und darüber) bewegt, um mehr Detailgenauigkeit zu erzielen, muss die Farbe in der Lage sein, sehr kleine Punkte zu bilden und zu übertragen. Dazu sind Farben mit niedriger Viskosität, hervorragenden Übertragungseigenschaften und Pigmenten mit sehr feiner Partikelgröße erforderlich, um das Verstopfen der mikroskopisch kleinen Zellen hochvermaschter Aniloxwalzen und der entsprechenden Bildhöhe auf der Druckplatte zu vermeiden. Ein praktisches Anwendungsbeispiel, das hohe Auflösung erfordert, ist der Druck von pharmazeutischen Etiketten, bei denen winzige Schriften, feine Linien für Barcodes und komplexe Sicherheitsmerkmale fehlerfrei reproduziert werden müssen. Jede Punktvergrößerung oder Flächenausfüllung könnte einen Barcode unlesbar oder Text unkenntlich machen und zur Ablehnung des Produkts führen. Hier kommen typischerweise UV-Flexofarben mit niedriger Viskosität und schneller Aushärtung in Kombination mit Präzisions-Aniloxwalzen zum Einsatz. Auch die farbmetrischen Eigenschaften der Farbe sind für Markeninhaber von großer Bedeutung. Farben werden mit Spektralfotometern gemessen, und Kenngrößen wie L*a*b*-Werte, Dichte und Farbtonabweichung werden überwacht. Metamerie, bei der eine Farbanpassung unter einer Lichtquelle (z. B. Tageslicht D65) korrekt erscheint, aber unter einer anderen (z. B. Glühlampenlicht) anders aussieht, ist besonders bei Marken, die in unterschiedlichen Einzelhandelsumgebungen verkauft werden, ein wichtiger Aspekt. Farbhersteller arbeiten durch gezielte Pigmentauswahl daran, Metamerie zu minimieren. Für Unterstützung bei der Erreichung hoher Druckauflösung, Farbkonsistenz und insgesamt herausragender Druckqualität mit unseren fortschrittlichen Flexodruckfarbsystemen laden wir Sie ein, unser technisches Supportteam zu kontaktieren. Wir bieten umfassende Produktinformationen, Anwendungsrichtlinien sowie gemeinsame Problemlösungsansätze für Ihre anspruchsvollsten Druckaufgaben.