Im Bereich des Flexodrucks ist die Druckfarbe nicht nur ein Farbmittel, sondern eine anspruchsvolle chemische Formulierung, die nahtlos mit der Druckmaschine, der Druckplatte, dem Substrat und der späteren Einsatzumgebung interagieren muss. Die Leistung von Flexodruckfarben wird anhand einer Vielzahl von Eigenschaften bewertet: Druckfähigkeit, Haltbarkeit, Verträglichkeit und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Die Druckfähigkeit umfasst Merkmale wie Farbkonsistenz, Transparenz oder Deckkraft, Überdruckeignung beim mehrfarbigen Druck sowie Freiheit von Fehlern wie Durchlöchern oder Streifenbildung. Die Haltbarkeit bezieht sich auf die Beständigkeit des getrockneten Farbfilms gegenüber äußeren Einflüssen wie Kratzen (Abriebfestigkeit), Reiben (Schmutzfestigkeit), Chemikalien (Alkohol, Fett, Säure), Wasser und Licht (Lichtechtheit). Eine bedeutende Anwendung, bei der ein ausgewogenes Verhältnis dieser Eigenschaften erforderlich ist, ist das Im-Mold-Labeling (IML) für Kunststoffbehälter. Das bedruckte Etikett wird in eine Form eingelegt, und geschmolzener Kunststoff wird dahinter injiziert. Die Druckfarbe muss dabei hohen Temperaturen und Druck standhalten, ohne zu verschwimmen, zu verblassen oder sich abzulösen, und eine dauerhafte Bindung mit der Behälterwand eingehen. Dies erfordert speziell formulierte IML-Druckfarben, oft lösemittelbasiert oder UV-härtend, mit hoher Wärmebeständigkeit und exzellenter Haftung auf dem Substrat. Eine weitere komplexe Anwendung ist der Druck auf selbstklebenden Etiketten (PSL) für variable Informationsdruckverfahren (VIP), wie Barcodes und Chargennummern. Die Druckfarbe muss einen hohen Kontrast für die Lesbarkeit durch Scanner bieten, schnell trocknen, um unmittelbares Überdrucken oder Codieren zu ermöglichen, und gegen Verwischen beständig sein. Bei Etiketten für den Einsatz in Automobil- oder Industrieteilen ist die Beständigkeit gegenüber Ölen, Kühlmitteln oder Lösungsmitteln entscheidend. Die Entwicklung hin zu dünneren, leistungsfähigeren Folien in der Verpackungsindustrie treibt auch die Weiterentwicklung der Druckfarben voran. Der Druck auf metallisierten Substraten erfordert beispielsweise Druckfarben mit hoher Transparenz und Brillanz, damit der metallische Glanz die Farbe verstärkt, und gleichzeitig muss die Haftung auf der nicht porösen, oft niedrigenergetischen metallisierten Schicht gewährleistet sein. Ebenso verlangt der Trend zu klaren BOPP-Folien bei Anwendungen im „No-Label-Look“ besonders klare, geruchsarme Klebstoffe und Druckfarben, die nach der Applikation praktisch unsichtbar werden. Aus technischer Sicht ist die Partikelgrößenverteilung der Pigmente bei Flexodruckfarben von entscheidender Bedeutung, insbesondere bei Hochraster-Aniloxwalzen im HD-Flexodruck. Größere Agglomerate können zur Verstopfung der Druckplatte führen und die Druckqualität beeinträchtigen. Daher kommen fortschrittliche Mahl- und Dispergiertechniken zum Einsatz, um eine Hegman-Partikelgröße von typischerweise besser als 7 zu erreichen. Außerdem muss der pH-Wert wasserbasierter Druckfarben sorgfältig kontrolliert und innerhalb eines vorgegebenen Bereichs gehalten werden (oft 8,5–9,5), um die Löslichkeit und Stabilität der Harze sicherzustellen und Viskositätsänderungen sowie Koagulation im Umlaufsystem zu verhindern. Für detaillierte Informationen zu unseren spezifischen Flexodruckfarbserien, deren technischen Spezifikationen und Empfehlungen zur Erzielung optimaler Druckergebnisse für Ihre individuellen Anwendungen empfehlen wir Ihnen, Kontakt mit unserem Kundenservice und technischen Supportteam aufzunehmen. Sie stehen Ihnen für Muster, Anwendungstests und maßgeschneiderte Beratung zur Verfügung.