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Welche Tiefdruckfarben sind langfristig gelbfarbstabil?

2026-02-02 13:03:41
Welche Tiefdruckfarben sind langfristig gelbfarbstabil?

Warum Tiefdruckfarben vergilben: Kernchemische und umgebungsbedingte Ursachen

Oxidativer Abbau ketonischer Harze und Chromophorbildung

Das Vergilbungsproblem bei Tiefdruckfarben beruht im Wesentlichen darauf, was geschieht, wenn diese ketonischen Harze durch Oxidation abbauen. Diese Harze sind von großer Bedeutung, da sie sich gut an Oberflächen haften, ein gutes Glanzvermögen aufweisen und die Druckqualität bewahren. Doch folgendes ist entscheidend: Wenn sie während der Lagerung oder beim Einsatz mit normaler Luft in Kontakt kommen, tritt ein Vorgang namens Kettenabbruch (chain scission) auf. Dieser Prozess erzeugt konjugierte Doppelbindungen zusammen mit den Carbonylgruppen (C=O), die tatsächlich als farbbildende Agentien wirken. Anschließend absorbieren diese neu gebildeten Strukturen gezielt Licht im blau-violetten Bereich des Spektrums bei etwa 400 bis 450 Nanometern, wodurch alles gelber erscheint, als beabsichtigt war. Einige Harze weisen von Natur aus mehr ungesättigte Bindungen auf – beispielsweise bestimmte Derivate von Polyethylen niedriger Dichte – und neigen daher bereits unter vergleichbaren Lagerbedingungen deutlich schneller zur Vergilbung. Viele Drucker haben dieses Problem im Laufe der Zeit bemerkt, insbesondere bei der Verarbeitung älterer Lagerbestände.

UV-Strahlung, Hitze und Luftfeuchtigkeit: Synergistische Belastungsfaktoren beim realen Alterungsprozess

Die Natur funktioniert nicht in übersichtlichen Paketen, bei denen Umweltfaktoren getrennt voneinander wirken. Bei Materialien, die im Freien eingesetzt werden, wirken UV-Licht, Wärme und Feuchtigkeit gemeinsam, um die Vergilbung durch komplexe chemische Reaktionen zu beschleunigen. Betrachten wir dies genauer: UV-Strahlen initiieren zunächst die Spaltung von Bindungen und erzeugen jene lästigen freien Radikale. Die Situation verschlechtert sich, sobald die Temperaturen über 30 Grad Celsius steigen, da sich die Moleküle dann stärker bewegen und die Oxidation schneller verläuft. Bei jedem Temperaturanstieg um 10 Grad verdoppeln sich die Reaktionsgeschwindigkeiten etwa. Hinzu kommt die Luftfeuchtigkeit: Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 60 % unterstützt Wasser tatsächlich den Abbau bestimmter chemischer Bindungen in Bindemitteln, wodurch Harze aufquellen und Sauerstoff leichter eindringen kann. Diese Tabelle zeigt, wie sich diese verschiedenen Belastungsfaktoren kombinieren und gegenseitig ihre Auswirkungen auf die Materialdegradation im Zeitverlauf verstärken.

Stressfaktor Hauptwirkung Sekundäre Folge
UV-Strahlung Bindungsspaltung – freie Radikale Beschleunigte Carbonylbildung
Hohe Hitze 2–4× schnellere Oxidation pro 10 °C Temperaturerhöhung Harzweichung – Sauerstoffpermeation
Luftfeuchtigkeit (> 60 %) Hydrolyse von Estergruppen Verringerte Bindemittelintegrität

Diese Synergie erklärt, warum die Vergilbung am stärksten in tropischen oder Lagerumgebungen auftritt, in denen alle drei Faktoren zusammen auftreten – Bedingungen, die in globalen Lieferketten zunehmend verbreitet sind.

Formulierungsstrategien zur Maximierung der Vergilbungsbeständigkeit von Tiefdruckfarben

Stabilisatorsysteme: UV-Absorber und gehinderte Amin-Lichtstabilisatoren (HALS)

Ein guter Stabilisierungsprozess beginnt mit den richtigen Additiven. UV-Absorber wirken, indem sie intensive UV-Strahlen mit einer Wellenlänge unter 380 nm einfangen und in Wärme umwandeln, anstatt zuzulassen, dass sie Bindungen an der Oberfläche der Tinte brechen. Kombiniert man diese mit hinderlichen aminischen Lichtstabilisatoren (HALS), die im Grunde genommen freie Radikale gezielt aufspüren und unschädlich machen, sobald sie entstehen, ergibt sich ein Schutz aus zwei unterschiedlichen Richtungen. Praxisnahe Tests zeigen zudem beeindruckende Ergebnisse: Gemäß der ASTM-G154-Norm, bei der Proben Bedingungen ausgesetzt werden, die einem 18-monatigen Außeneinsatz entsprechen, reduzieren die besten Kombinationen aus UV-Absorbern (UVA) und HALS die sichtbare Vergilbung (wenn Δb* einen Wert von 3,0 oder höher erreicht) um 70 % bis 80 %. Das bedeutet, dass Produkte deutlich länger frisch aussehen, während sie gleichzeitig ihren Glanz bewahren und der Abnutzung durch mechanische Beanspruchung widerstehen.

Bindemitteloptimierung: Hochmolekulare Harze, Vernetzungsdichte und Alternativen zu ketonischen Harzen

Die Struktur der Bindemittel spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie Farben im Laufe der Zeit ihre Stabilität behalten. Acrylate und aliphatische Polyurethane mit höheren Molekulargewichten (über 50.000 Da) zeigen in der Regel eine bessere Beständigkeit gegenüber Oxidation als ihre Pendant-Verbindungen mit niedrigerem Molekulargewicht. Wenn Hersteller durch dreifunktionelle Materialien wie Trimethylolpropantriacrylat die Vernetzungsdichte erhöhen, schaffen sie im Grunde Barrieren, die die Sauerstoffdiffusion verlangsamen und die Mobilität farbgebender Moleküle innerhalb der Beschichtung reduzieren. Eine bedeutende Verbesserung ergibt sich durch den Austausch herkömmlicher ketonischer Harze gegen ketonfreie Alternativen wie cycloaliphatische Epoxide oder hydrierte Kolophoniumester. Dieser Wechsel unterbindet die Bildung jener problematischen Farbverbindungen bereits an der Quelle. Branchenberichte zeigen, dass Unternehmen, die diese neuen Formulierungen einsetzen, häufig eine Verzögerung von Gelbfärbungserscheinungen um etwa drei bis fünf Jahre verzeichnen – insbesondere in feuchten Umgebungen, in denen ältere Bindemittelsysteme deutlich schneller abbauen.

Auswahlkriterien für Pigmente bei nicht vergilbender Tiefdruckfarbe

Anorganische Pigmente (TiO₂, Eisenoxide): Stabilität, Deckkraft und Verträglichkeit

Anorganische Pigmente wie Rutil-Titandioxid (TiO₂) und verschiedene synthetische Eisenoxide zeichnen sich durch ihre bemerkenswerte Beständigkeit gegenüber photochemischem Abbau und Hitzeschäden aus. Im Gegensatz zu organischen Pigmenten weisen diese Mineralien stabile Kristallstrukturen auf, die keine reaktiven Pi-Bindungen oder aromatischen Ringe enthalten, die unter UV-Licht leicht zerfallen. Daher widerstehen sie Farbveränderungen durch Sonnenlicht und vergilben im Laufe der Zeit nicht. Titandioxid bewirkt mehr als nur eine helle und deckende Optik der Beschichtungen: Es reflektiert schädliche UV-Strahlen tatsächlich von den darunterliegenden Harzen weg. Eisenoxidpigmente vertragen Temperaturen bis zu etwa 180 Grad Celsius, wodurch sie sich hervorragend für schnelle Trocknungsprozesse und Laminierverfahren eignen. Obwohl diese Pigmente größere Teilchen aufweisen als die meisten organischen Typen – insbesondere bei Verwendung in dünnen Gravurdruckfarben – sorgt die heutige Tensidtechnologie dafür, dass alle Komponenten gut dispergiert bleiben. Moderne Dispergiermittel funktionieren zudem auch mit neueren lösemittelfreien Bindemittelsystemen, sodass es während des Druckprozesses zu keiner Agglomeration kommt und das Material problemlos durch die Maschine fließt.

Organische Farbstoffe: Kompromisse bei Farbintensität, Glanz und langfristiger Farbstabilität

Organische Farbstoffe bieten eine bessere Farbintensität, Transparenz und Glanz, wodurch sie sich hervorragend für hochwertige Dekorationsarbeiten eignen. Doch es gibt auch Nachteile: Aufgrund ihrer ausgedehnten konjugierten Strukturen neigen diese Farbstoffe dazu, sich auf molekularer Ebene leicht zu lösen, was sie anfällig für Zersetzung bei Lichteinwirkung oder Feuchtigkeit macht. Wenn UV-Strahlen auf die Farbstoffmoleküle treffen, beginnen diese sich zu zersetzen und neu anzuordnen, wobei durch freie Radikalreaktionen jene störenden gelblichen Verfärbungen entstehen. Selbst bei Zugabe von HALS-Stabilisatoren erreichen diese organischen Farbstoffe im Vergleich zu anorganischen Pigmenten immer noch nicht deren Leistungsfähigkeit und weisen etwa 30 bis 40 Prozent geringere Beständigkeit gegenüber Sonnenlichtausbleichung auf. Zudem reagieren sie empfindlich auf hohe Luftfeuchtigkeit – ein besonders gravierendes Problem in wasserbasierten Tiefdruck-Drucksystemen. Und nicht zu vergessen sind auch Kompatibilitätsprobleme: Viele dieser Farbstoffe lassen sich nur schwer mit bestimmten Harztypen vereinbaren, insbesondere mit stark vernetzten und wenig polaren Harzen, was langfristig zu einer Verschlechterung der Filmeigenschaften führen kann.

Pigmenttyp Farbintensität Gelbwerdungsresistenz Bestes für
Anorganisch - Einigermaßen Exzellent Außenverpackung, UV-belastete Etiketten
Bio- und Biomasse Hoch Mäßig (mit Stabilisatoren) Kurzfristige Innenanwendungen

Die Entscheidung hängt von den Anforderungen an die Lebensdauer der Anwendung ab: Wenn visuelle Langlebigkeit wichtiger ist als die anfängliche Farbintensität – insbesondere bei Verpackungen für Lebensmittel, Pharmazeutika oder Exportzwecke – bevorzugt die Ingenieurdiziplin anorganische Pigmente in Kombination mit stabilisierten, ketonfreien Bindemitteln.

FAQ

Was verursacht die Vergilbung von Tiefdruckfarben?

Die Vergilbung von Tiefdruckfarben wird hauptsächlich durch oxidative Degradation ketonischer Harze, UV-Strahlung, hohe Temperaturen und Feuchtigkeit verursacht, die zu chemischen Reaktionen führen, welche die Farbe der Farbe verändern.

Wie kann die Vergilbung von Tiefdruckfarben verhindert werden?

Die Verhinderung der Vergilbung umfasst den Einsatz von Stabilisatoren wie UV-Absorbern und gehinderten Amin-Lichtstabilisatoren (HALS), die Optimierung der Bindemittelstruktur mittels hochmolekularer Harze sowie die Auswahl von Pigmenttypen, die einer Degradation widerstehen, beispielsweise anorganische Pigmente.

Sind anorganische oder organische Pigmente besser für eine nicht-vergilbende Leistung?

Anorganische Pigmente sind im Allgemeinen besser für eine nicht vergilbende Leistung geeignet, da sie unter UV-Bestrahlung und Hitze stabiler sind; organische Pigmente können zwar eine hohe Farbintensität aufweisen, neigen jedoch stärker zu Ausbleichen und Vergilben im Laufe der Zeit.

Können Umweltfaktoren das Vergilben von Tiefdruckfarben beschleunigen?

Ja, Umweltfaktoren wie UV-Strahlung, Wärme und Feuchtigkeit können das Vergilben beschleunigen, indem sie oxidative Reaktionen sowie den chemischen Abbau von Bindungen innerhalb der Farbe fördern.