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Welche wasserbasierten Tiefdruckfarben eignen sich für Kunststoffverpackungen?

2026-01-16 11:54:38
Welche wasserbasierten Tiefdruckfarben eignen sich für Kunststoffverpackungen?

Warum herkömmliche wasserbasierte Tiefdruckfarben auf Kunststoff versagen – Grundlagen zu Haftung und Benetzbarkeit

Oberflächenenergie-Mismatch: PET, PP und BOPP im Vergleich zu den Anforderungen wasserbasierter Druckfarben

Die Oberflächenenergieniveaus gängiger Kunststoffverpackungsmaterialien wie PET (Polyethylenterephthalat), PP (Polypropylen) und BOPP (biaxial orientiertes Polypropylen) liegen typischerweise unterhalb von 35 mN/m, was deutlich unter der für wässrige Tiefdruckfarben erforderlichen Marke von 40 mN/m liegt, um die Oberflächen richtig zu benetzen und haften zu können. Wasser selbst weist eine relativ hohe Oberflächenspannung von etwa 72 mN/m auf, sodass beim Kontakt mit diesen niedrigenergetischen Kunststoffen ein scheinbar sofortiges Zurückweichen beobachtet wird. Diese glatten Kunststoffoberflächen unterscheiden sich grundlegend von Papier oder Karton, da sie nicht über mikroskopisch kleine Poren oder raue Stellen verfügen, an denen die Farbe tatsächlich Halt finden könnte. Aus diesem Grund laufen herkömmliche wasserbasierte Farben einfach ab, anstatt sich gleichmäßig über das Material auszubreiten. Ohne ausreichende Haftung halten bedruckte Bilder normalen Handhabungs- und Transportprozessen schlichtweg nicht stand.

Kritische Ausfallmodi: Auffällige Tröpfchenbildung, Benetzungsrückzug und unvollständige Schichtübertragung

Die Oberflächenenergiedifferenz führt direkt zu drei wesentlichen Betriebsstörungen:

  • Tropfenbildung : Die Tinte sammelt sich zu diskreten Tröpfchen an, anstatt gleichmäßige Schichten zu bilden, was eine ungleichmäßige Abdeckung zur Folge hat.
  • Abperlen : Unvollständig haftende Tinte zieht sich während des Trocknens zurück und legt den blanken Untergrund frei, wodurch Deckkraft und Barrierefunktion beeinträchtigt werden.
  • Unvollständige Übertragung : Gravürezellen geben die Tinte unter Druck ungleichmäßig ab, was zu Ghosting-Effekten und Verlust feiner Details führt.
    Zusammen führen diese Fehler zu Ausschussraten von bis zu 25 % aufgrund von Nachdrucken und ungeplanten Stillständen – besonders störend in Hochgeschwindigkeits-Lebensmittelverpackungsanlagen, bei denen durch Unterbrechungen im Tintenfilm auch die Versiegelungsintegrität sowie die Haltbarkeitsgarantie beeinträchtigt werden.

Harz-Innovationen, die wässrige Tiefdruckfarben für Kunststoffe ermöglichen

Acryl-, Polyurethan- und Hybrid-Dispersionsharze: Ausgewogenes Verhältnis von Haftung, Flexibilität und Abriebfestigkeit

Heutige wässrige Tiefdruckfarben für Kunststoffmaterialien basieren auf speziell entwickelten Harzsystemen, die ein schwieriges Gleichgewicht zwischen Haftkraft, Biegeflexibilität und Langlebigkeit schaffen. Acryl-Disperionen eignen sich besonders gut zur Haftung auf anspruchsvollen Oberflächen wie BOPP- und PET-Folien, da sie über eingebaute, spezielle Oberflächengruppen verfügen und zudem Filme bilden, die eine optimale Haftung gewährleisten. Polyurethan-Harze hingegen verleihen dem Druck Dehnbarkeit und Schutz gegen chemische Einflüsse – Eigenschaften, die besonders wichtig sind, wenn Verpackungen während der Produktion gefalzt oder geknickt werden oder bei der Lagerung und beim Transport mechanisch belastet werden. Wenn Hersteller Acrylate mit Polyurethanen in Hybridformulierungen kombinieren, profitieren sie von den Vorteilen beider Systeme, sodass der Druck auch unter vielfältigen realen Belastungen beständig bleibt. Diese modernen Farbsysteme können über 90 Prozent der Farbe auf kunststofflichen Materialien übertragen, die einer Corona-Behandlung unterzogen wurden (mindestens 40 mN/m Oberflächenspannung), und erfüllen dennoch die strengen Anforderungen der FDA 21 CFR sowie der EU-Verordnung 10/2011 hinsichtlich der Sicherheit beim Kontakt mit Lebensmitteln – selbst bei niedrigem VOC-Gehalt und der Notwendigkeit, Gebrauchsabrieb standzuhalten.

Prozessgerechte Oberflächenvorbereitung und Presseneinbindung

Corona-Behandlungsoptimierung: Erreichen stabiler Dyn-Levels >40 mN/m für konsistenten Farbübertrag

Die Koronaentladungsbehandlung bleibt die bevorzugte Methode, um PET, PP und BOPP für wässrige Tiefdruckanwendungen vorzubereiten. Dabei kommt es zur Oxidation der Polymers Oberfläche, wodurch die benötigten polaren funktionellen Gruppen entstehen. Diese Veränderungen erhöhen die Dyn-Werte über die kritische Schwelle von 40 mN/m hinaus, die quasi die unterste Grenze darstellt, um eine problemlose Tintenbenetzung und -übertragung zu gewährleisten. Die meisten Behandlungen steigern die Oberflächenenergie um etwa 15 bis 25 mN/m, doch hierbei gibt es einen Haken: Die Wirkung hält nicht ewig an. Wenn diese Folien unbeaufsichtigt bleiben oder zu lange gelagert werden, sinken ihre Werte oft wieder unter die Marke von 38 mN/m, was zu verschiedenen Problemen wie Tintenperlung und schwacher Haftung führt. Aus diesem Grund führen viele Betriebe mittlerweile Echtzeit-Dyn-Tests in Kombination mit automatischen Leistungsanpassungen durch. Diese Anordnung sorgt während des gesamten Produktionsprozesses und bei Schichtwechseln für konstante Behandlungsparameter. Verpackungsunternehmen berichten von einer Reduzierung der Druckfehler um etwa 70 %, wenn sie dieses System einführen, wobei die Ergebnisse je nach Qualität der Ausrüstung und Können der Bediener variieren können.

Trocknung, Aushärtung und Zugkraftregelung bei Hochgeschwindigkeits-Tiefdruckmaschinen

Die richtige Nachbehandlung nach dem Druck ist entscheidend, wenn mit wasserbasierten Farben auf wärmeempfindlichen Kunststoffmaterialien gearbeitet wird. Die mehrzonen Infrarottrocknungssysteme, die zwischen etwa 60 und 80 Grad Celsius betrieben werden, helfen dabei, Feuchtigkeit schnell aber schonend zu entfernen, sodass keine Verformungen auftreten. Gleichzeitig sorgen präzise Zugkraftregelungen für Stabilität während des gesamten Prozesses, wobei die Bahnschubspannung auf etwa einem halben Newton pro Quadratmillimeter gehalten wird. Die gesamte Anlage umfasst synchronisierte Andruckwalzen sowie spezielle reibungsarme Führungselemente, die Dehnungsprobleme deutlich reduzieren. Dadurch bleibt die Registergenauigkeit auch bei hohen Geschwindigkeiten von über 200 Metern pro Minute gewährleistet. Was die Trocknungszeiten betrifft, zielen wir in der Regel auf etwa eine Sekunde, plus oder minus Abweichung, was eine vollständige Vernetzung sowohl acryl- als auch polyurethanbasierter Bindemittelsysteme ermöglicht. Das führt zu Oberflächen, die über 500 Doppelreibungen gemäß ASTM-Norm standhalten können, während die Materialien weiterhin recyclingfähig und kompatibel mit den nachfolgenden Produktionsschritten bleiben.

Konformität, Sicherheit und Nachhaltigkeit für lebensmittelkontakttaugliche Kunststoffverpackungen

Migrationsprüfung und regulatorische Einhaltung (EU 10/2011, FDA 21 CFR) für wasserbasierte Tiefdruckfarben

Die Herstellung wässriger Tiefdruckfarben, die für Kunststoffe im Lebensmittelkontakt geeignet sind, erfordert umfassende Migrationsprüfungen gemäß der EU-Verordnung (EU) Nr. 10/2011 sowie den FDA 21 CFR Part 175-177-Standards. Diese Extraktionsprüfungen simulieren reale Anwendungsszenarien, indem sie messen, wie viel verschiedene Stoffe unter unterschiedlichen Bedingungen wie Temperatur, Dauer und Kontaktfläche in Lebensmittelmodelle übergehen können. Auch die verwendeten Materialien spielen eine Rolle, da PET, PP und BOPP aufgrund ihrer geringen Porosität kaum Substanzen aufnehmen. Das bedeutet, dass jegliche Migration nur in der Oberflächenschicht stattfindet, wodurch die Rezepturzusammensetzung und die Haftung der Farbe zu entscheidenden Faktoren werden. Die Aufsichtsbehörden haben ihre Anforderungen kürzlich deutlich verschärft. So verlangt die FDA nun Nachweisgrenzen für Schwermetalle und unerwartete Stoffe, sogenannte NIAS, von weniger als 1 Teil pro Milliarde. Gleichzeitig betonen europäische Richtlinien die lückenlose Rückverfolgbarkeit aller verwendeten Bestandteile, bis hin zu Additiven und Katalysatoren. Die Einhaltung der Vorschriften betrifft nicht mehr nur die chemische Zusammensetzung. Hersteller müssen sicherstellen, dass diese Farbschichten auch nach Sterilisationsverfahren, Erwärmung in der Mikrowelle oder Lagerung bei Kälte weiterhin intakt bleiben. Dies gewährleistet die Sicherheit der Verbraucher bei der Aufnahme von Produkten, die mit diesen Materialien verpackt sind, und unterstützt zudem Recyclingbemühungen, indem sie in bestehende Abfallmanagementsysteme integriert werden können.

FAQ-Bereich

Q1: Warum versagen Standard-Aquagravuren auf Kunststoffoberflächen?

A: Standard-Aquagravuren versagen auf Kunststoffen, weil diese Materialien eine geringe Oberflächenenergie aufweisen, wodurch die Farben perlen oder zurückweichen und somit eine schlechte Haftung entsteht.

Q2: Welche Innovationen verbessern die Haftung von Aquagravuren auf Kunststoff?

A: Harzinnovationen wie Acryl-, Polyurethan- und Hybriddispersionen bieten verbesserte Haftung, Flexibilität und Beständigkeit, wodurch die Farben für Kunststoffoberflächen geeignet werden.

Q3: Wie verbessert eine Corona-Behandlung die Farbhaftung?

A: Die Corona-Behandlung oxidiert Polymeroberflächen, erhöht die Dyn-Werte und die Oberflächenenergie und schafft dadurch bessere Voraussetzungen für die Farbhaftung.

Q4: Wie werden Migrationsprüfungen für Farbvorschriften durchgeführt?

A: Bei Migrationsprüfungen werden Nutzungsszenarien simuliert, um die Migration von Substanzen aus den Farben in Lebensmittelmodelle zu messen und so die Einhaltung der EU- und FDA-Normen sicherzustellen.