Flexodruckfarben sind spezialisierte Formulierungen, die auf die besonderen Anforderungen des Flexodruckverfahrens zugeschnitten sind, das dafür bekannt ist, auf einer Vielzahl von Materialien bei hohen Geschwindigkeiten drucken zu können. Ein tiefes Verständnis der Wechselwirkung zwischen Farbe und Material ist entscheidend. Die Oberflächenenergie des Materials, gemessen in dyn/cm, muss höher sein als die Oberflächenspannung der Farbe, um eine ordnungsgemäße Benetzung und Haftung sicherzustellen. Bei Polyolefinen wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), die typischerweise eine niedrige Oberflächenenergie (ca. 30–34 dyn/cm) aufweisen, ist eine Oberflächenbehandlung mittels Corona-, Flammen- oder Plasma-Behandlung nahezu immer erforderlich, um die Oberflächenenergie auf ein Niveau zu erhöhen (typischerweise >38 dyn/cm), das es der Farbe ermöglicht, sich gleichmäßig auszubreiten und gut zu haften. Ein Versagen dieser Haftung kann dazu führen, dass die Farbe sich zusammenzieht (Crawling) oder leicht abgerieben werden kann. Betrachten Sie den Einsatz beim Bedrucken der Innenseite eines durchsichtigen Kunststoffbehälters für Joghurt. Hierbei handelt es sich um einen Rückdruck, bei dem die Farbschicht direkt oder indirekt mit der Lebensmitteloberfläche in Kontakt kommt. Daher muss die Farbe absolut sicher sein, den strengsten Vorschriften für Lebensmittelkontakt entsprechen und außerdem eine hervorragende Beständigkeit gegenüber der Säure des Joghurts, Feuchtigkeit sowie möglicher Abriebbelastung während Befüllung und Transport aufweisen. Eine Hochleistungs-UV-Flexofarbe mit geringer Migration ist oft die einzige gangbare Option für eine derart kritische Anwendung. Ein weiteres Szenario ist der Druck auf strapazierfähigen Wellpappkartons für Automobilteile. Der Farbfilm muss widerstandsfähig genug sein, um Kratzern während mehrfacher Handhabung, Lagerung und Transport standzuhalten. Er sollte auch eine gute Lichtbeständigkeit aufweisen, wenn die Kartons in Bereichen gelagert werden, die Sonnenlicht ausgesetzt sind. In diesem Fall würde eine pigmentreiche, robuste wasserbasierte oder UV-Farbe gewählt werden. Auch die Druckumgebung selbst kann die Leistung der Farbe beeinflussen. Hohe Luftfeuchtigkeit kann die Trocknung wasserbasierter Farben verlangsamen, während niedrige Luftfeuchtigkeit die Lösungsmittelverdunstung bei lösemittelbasierten Farben beschleunigen kann, was zu einer Viskositätserhöhung und potenziellem Austrocknen der Druckplatte führt. Temperaturschwankungen können ebenfalls die Viskosität und Trocknungsgeschwindigkeit beeinflussen. Daher ist eine kontrollierte Druckraumumgebung ideal, um die Druckkonsistenz sicherzustellen. Um individuelle Unterstützung bei der Auswahl der richtigen Flexodruckfarbe für Ihr spezifisches Material, die jeweilige Endanwendung und Ihre Druckbedingungen zu erhalten sowie Informationen über die technischen Eigenschaften unserer Produkte und behördlichen Zertifizierungen zu bekommen, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren. Unsere Experten stehen Ihnen zur Verfügung, um Ihren Druckerfolg sicherzustellen.